War Pestalozzi ein Ausbeuter?
Pestalozzi, die Indienne-Druckerei Laué und die Kinderarbeit

- Blick in Richtung Norden: In der Mitte das Laué-Wohnhaus, rechts davon die beiden Druckgebäude und der Hänketurm. Ausschnitt aus einem Bild von Johann Jakob Aschmann (1747 - 1809 ). Kupper setzt dieses und das folgende Bild auf ca. 1790 an. Die Dorfchronik von Möriken-Wildegg gibt auf S. 57 den im Schweizerischen Landesmuseum in Zürich vorhandenen Ori-ginalstich wieder und datiert ihn auf ca. 1782, doch die neuen Gebäude waren noch nicht betriebsbereit (nach Zschokke-Manuskript S. 30: Aufnahme des Betriebs 1. Jan. 1784).
Man beachte auf allen Gebäuden die erst seit kurzem verwendeten Blitzableiter. "Sehr sinnreich konstruiert war der Trockenturm mit Innen- und Aussenhänge. Der Schaft bestand aus einem gemauerten Sockelgeschoss und einem in Holz konstruierten Oberteil mit zwei Reihen von übereinander angeordneten Öffnungen, welche mit Jalousien verkleidet waren, durch die der Luftzug zum Innern reguliert werden konnte. Unter dem weit vorragenden Dachvorsprung und vor einer Reihe von kleinen Fensteröffnungen waren Stangen derart angebracht, dass das bedruckte Gut darüber gehängt und der Sonne ausgesetzt werden konnte" (Kupper, S, 48).

- Blick in Richtung Osten. Im Vordergrund die Bünz. Bild ebenfalls von Johann Jakob Aschmann, vermutlich aus demselben Jahr (um 1784) wie vorstehendes Bild.

- Musterbuch der Firma Laué, vermutlich allmählich in den Jahren zwischen 1810 und 1830 mit ca. 1000 Stoffdruck-Mustern versehen.

- Doppelseite aus dem Laué-Musterbuch mit Mustern 81 x 107 mm. Es handelt sich hier um sog. Türkischrot-Stoffe, Lapis-Stoffe (blau) und Lapis-riche-Stoffe (grün). Das Verfahren wurde 1810 in Mühlhausen von Daniel Koechlin-Schouch (1785 – 1871) patentiert. Die Stoffe wurden dabei zuerst in der Grundfarbe gefärbt, worauf mit Modeln die Farben Blau, Gelb und Schwarz ge-druckt und durch ein kompliziertes Verfahren sichtbar gemacht wurden (Information durch J.F. Keller, Stoffdruckmuseum Mühlhausen).

- Doppelseite aus dem Laué-Musterbuch mit Mustern 81 x 51 mm. Es handelt sich um sog. Mignonettes, die mit Kupferrollen gedruckt wurden und bereits in den Jahren 1810 in Mode wa-ren (Information J. F. Keller), aber von Laué erst ab 1826 gedruckt werden konnten.

- Einzelnes mehrfarbiges Stoffmuster, in Lapis-Manier gedruckt.

- Kassenschein der Unterstützungsgesellschaft der Drucker und Modelstecher. Ein gleich lauten-des Formular existiert für die Modelstecher-Gesellschaft der Firma Hünerwadel in Lenzburg (Museum Burghalde)

- Druckmodelsammlung im Stoffdruckmuseum Mühlhausen.

- Das einzige im Laué-Nachlass noch auffindbare Stoffmuster, beigelegt einem Brieffragment vom 29. Jan. 1791 von Müller von Friedberg (1755 – 1836), damals Landvogt von Toggenburg.
Grösse des Blattes: 18 x 23,5 cm.

- Indienne-Tücher in Türkischrot der Hünerwadel Lenzburg, 18./19. Jhrd.
(Museum Burghalde Lenzburg)

- Kinderkleid aus Indienne. Es stammt aus den Fundus Hünerwadel und soll von der Gräfin Fran-ziska Romana von Hallwil (1758 – 1836) getragen worden sein. (Museum Burghalde Lenzburg)





























