01 | 69 | Yverdon den 1stenApril 1807. | | | | |
| | Herr Joh: Marty Gastwirth in Fraubrunnen | | | | Soll |
| | an das Pestalozzische Jnstitut | | | | |
| | Für seinen Sohn Johannes, wie folgt: | | | | |
05 | | ______ | | | | ______ |
| 1807. Jenner | 31 Schuhmacher-Kto bis dato | L | | L | 1.–.– |
| | dem Bugnon bezahlt für Exerzierlektion Anno 1806 | | | | –.15.– |
| April | 1 Waschumkösten, Ausbeßerung des weißen und Schreib-
| | | | |
| | materialienfür das 1ste Quartal 1807 | | | | 4.–.– |
10 | | Tanzlektion id: id: id: id: id: | | | | 3.–.– |
| | Schuhster-Kto vom 1sten Februar bis do | | 6.14.– | | |
| | Schneider, idem idem | | 2.3.– | | |
| | Kleine Umkösten, als: Briefporto, Schulbüchlein, Belu- | | | | |
| | stigungen &c. etc. zusammen bis 1sten April | | 1.11.– | | |
15 | | | | _____ | | |
| | | | | | 10.18.– |
| | Pension vom 1sten Junj bis 1sten Julj 1807. 1 Mth. | | | | 33.6.6 |
| | | | | | ______ |
| | Total | | | L | 52.9.6 |
20 | Yverdon den 13ten Junii |
| Herrn Joh: Marty Gastwirth in Fraubrunnen |
| Da ich die Rechnungen aller meiner Zöglinge quartalweise einrichten will, so sende |
| ich Jhnen hiemit die Jhrige für 1. Mth Pension bis ersten Julii und für Ausgaben bis ersten |
25 | April, laut welcher Sie mir L 52.9s6d schuldig verbleiben, die ich nach Jhrem Belieben |
| erwarte. Nach dieser Einrichtung werden Sie also nach dem 1sten Julii die Rechnung von |
| den Auslagen des 2ten Quartals und Pension des 3ten erhalten. |
| |
30
35
40
| Lieber Freund – Jch freue mich diesen Zillen persohnlich byfügen zu konen = daß ihr L. Sohn sich sehr wohl befeindet – vor einger Zeit = hatte er in dem augenblik da eine magd die Suppe in die Stuben trug d[ie] unvorsichtigkeit – so gegen sie anzustoßen daß ein theil der warmen Suppen ihm auf dem Kopf fiel – am gesicht u: hals war im ge augenblik geheilt = aber zwüschen den haaren achte ma£ es im anfang nicht – u: es suppurirte = so ldaß er lang einen verbundenen Kopf tragen mußte – es war indeßen mehr unangenehm als schmerzhaft – jez ist er ganz wieder in der alten ordnung nur daß auf einem kleinen plaz die hara[re] noch nachwachsen müsen – Lieber Herr Martin = imer mehr lerne ich in Eürem Sohn einen Menschen kenen, deßen inig gutes gemüth – meine |
| |
| | vor |
45
50
55
60
65
| aufmerksamkeit u: meine Liebe vozzuglich anzieht – Er wird das gute in der welt lieben u suchen = je mehr das ist je mehr ist die vollendun g seiner Bildung für ihn wichtig u: nothwendig Er ist jederman Lieb = er zeigt in allem ein feines Zartes gefuhl einen guten natürlichen verstand – u: eine anmuth in seinem Benehmen die ihn jederman Lieb macht – er macht in allen Lehrgenstanden befriedigende vorschritte = u Sie dorffen einen in allen rüksichten gebildeten u brauchbaren jungling an ihm erwarten – Er zeichnet sich in verschiedenen rüksichten vor sehr vielen aus – Leben Sie wohl Komen Sie blald einmahl wieder zu uns ich ke£e kein großeres vernügen als Elteren by uns zu sehen die mit Sorgfalt u Liebe über die vorschritte ihrer Kinder nachforschen Sie werden die vorschritte Jhres L Sohn befriedigend feinden Jch bin mit Achtung u: Freundschafft Jhr Ergebener Pestalozzi
an Herrn YVERDON Johannes Marty, Wirth, in F raubrunnen . Canton Bern. |