Pestalozzi. Grundlehren über Mensch, Staat, Erziehung. Seine Schriften in Auswahl

Max Zollinger u.a.

herausgegeben von Hans Barth, in Verbindung mit Max Zollinger

Stuttgart: Kröner, 1956, 435 S.

herausgegeben von Hans Barth, in Verbindung mit Max Zollinger;

In der Auswahl aus den Schriften Pestalozzis haben Hans Barth und Max Zollinger versucht, ein Bild Pestalozzis zu vermitteln, das den Pädagogen und den Philosophen der Kultur und des Staates zur Geltung bringt. Sie gehen davon aus, daß Pestalozzis Pädagogik, Kultur- und Staatsphilosophie ihr gemeinsames Fundament in seinem philosophischen Hauptwerk, den "Nachforschungen über den Gang der Natur in der Entwicklung des Menschengeschlechts" besitzen. Darum glauben sie, auf diese Schrift, die der Erkenntnis des Menschen gewidmet ist, in ihrer ungekürzten Fassung nicht verzichten zu dürfen.

Über die anthropologischen und geschichtsphilosophischen Voraussetzungen der Auswahl orientiert die Einleitung, in der die Autoren sich die Aufgabe stellen, den Zusammenhang der Pädagogik und der Politik mit dem, was Pestalozzi seinen "Versuch über den Menschen nennt", in Erscheinung treten zu lassen. Dabei versuchen Barth und Zollinger, den geistigen Hintergrund, von dem sie glauben, daß er Pestalozzis Denken bestimmt, sichtbar zu machen. Sie betonen, was Pestalozzi bewege: die Gefährdung, die den Menschen von außen und innen bedrohe. Die Größe der Bedrohung erkenne Pestalozzi aufgrund des Bildes dessen, was der Mensch seinem Wesen nach sei: "Es war das Wohlgefallen des Vaters, daß der Mensch sich nicht durch seinen Instinkt und durch keine Anstrengung und durch keine Anstalten, die auf das Verderben derselben gebaut sind, sondern durch sich selbst und durch Anstrengungen und Anstalten vollendete, die auf das Wesen seiner Natur und nicht auf das Verderben derselben gebaut sind". (Einleitung, letzter Abschnitt)

Barth und Zollinger erläutern darüber hinaus die allgemeine Problematik um die Art der Literaturauswahl, die sie in ihrem Werk vorgenommen haben. Jede Auswahl bedeutet notwendigerweise Subjektivität. Deshalb liegt es für beide Autoren auf der Hand, daß man einer Auswahl den Vorzug geben wird, die sich Rechenschaft abzulegen weiß über die Grundsätze, nach denen sie vollzogen wird. Sie gehen auf die Fragestellung ein, ob es gerechtfertigt und richtig ist, sich nur auf Pestalozzis Werke zu beschränken, die in die Geschichte der Pädagogik, als Pestalozzi den Erzieher, fallen. Es könne ebenso wichtig erscheinen, den großen Teil seiner Schriften zu berücksichtigen, die eindeutig den Bereichen der Philosophie des Staates, der Gesellschaft und des Rechtes zuzuordnen sind.

Das Inhaltsverzeichnis gibt Aufschluß über die Gliederung des Buches. Im Anhang führen Barth und Zollinger zahlreiche Literaturangaben, Jahreszahlen zu Pestalozzis Leben und Werk sowie Anmerkungen über zwanzig Seiten auf. Ein Namen- und Sachregister vervollständigen den Anhang des Werkes.

Biographische Angaben zum Autor:

Hans Barth (1904-1965), Schweizer Philosoph und Publizist. 1929-1949 leitender Redakteur der "Neuen Züricher Zeitung", 1946 Professor an der Universität Zürich.

(AR)