Das geistige Zürich im 18. Jahrhundert : Texte und Dokumente von Gotthard Heidegger bis Heinrich Pestalozzi

Max Wehrli (Hrsg.)

Basel : Birkhäuser-Verl., 1989 : 370 S. (Birkhäuser Klassiker ; Neue Folge)

Basel : Birkhäuser-Verl., 1989 : 370 S.

"Eine Sammlung wie die vorliegende bedarf kaum einer Rechtfertigung. Schon das Gefühl der Verpflichtung gegenüber einer geistig hervorragenden Epoche der Vaterstadt oder gar schon die anspruchslose Freude selbst am Antiquarischen in der Literaturgeschichte wären Grund genug, um die folgenden Denkmäler im Abdruck zu erneuern. Doch es geht um mehr. Das Zürich des 18. Jahrhunderts bleibt ein Phänomen von besonderer Art und Bedeutung. Wenn der ästhetische Federkrieg der "Schweizer" mit der Partei Gottscheds nun wohl oder übel einmal im Inventar der neuern deutschen Literaturgeschichte steht und der Ordnung halber eines ihrer einleitenden Kapitel zu füllen hat - ... -, so ist es damit nicht abgetan".

" Von drei verschiedenen Seiten her öffnet sich immer wieder der Blick auf dieses Zürich des 18. Jahrhunderts: von Deutschland aus, wenn man nach den Wurzeln der deutschen Klassik gräbt, von der Schweiz aus, wenn das schweizerische Staatsbewußtsein und die geistige Sendung der Schweiz aufgerufen werden, und von Europa aus, wenn die Einheit des europäischen Geistes und die lebendige Vermittlung der verschiedenen nationalen Kulturgüter untereinander in Frage steht. Die drei Aspekte sind aber nicht zufällig, sondern sie umschreiben letztenendes dasselbe; sie sind im Einzelnen nur möglich, weil es dieses ganze und grundlegende Phänomen gibt. Und darum können auch alle Unzulänglichkeiten und Vorläufigkeiten im Einzelnen die Größe des Ganzen nicht widerlegen. Denn dieses ganze Zürich ist mehr als die Summe seiner einzelnen Leistungen und Verdienste".

Folgende Autoren läßt Wehrli mit ihren zeitgenössischen Texten zu Wort kommen: Gotthard Heidegger, Johan Caspar Escher, Johann Jacob Breitinger, Ludwig Meyer von Knonau, Johann Heinrich Waser, Johann Rudolf Werdmüller, Salmon Gessner, Johann Jacob Steinbrüchel, Johann Georg Sulzer, Johann Caspar Hirzel, Leonhard Usteri, Johann Heinrich Füssli (Obmann), Johannes Tobler, Leonhard Meister, Salomon Landolt, Johann Jacob Hottinger, Johann Heinrich Füssli (Maler), Johann Caspar Lavater, Georg Christoph Tobler, Barbara Schulthess, Jakob Heinrich Meister, Johann Martin Usteri und eben Johann Heinrich Pestalozzi mit seinen verschiedenen Aufenthaltsorten Zürich, Neuhof und Stans.

In seinem Anhang beschreibt Wehrli die einzelnen Personen näher: er nennt Geburts- und Sterbedaten, gibt allgemeine Auskünfte über die jeweiligen Lebensumstände der Personen und Informationen zu den beruflichen Tätigkeiten.

(SH)