Die historische Dimension des Prinzips der Anschauung : historische Fundierung und Klärung terminologischer Tendenzen des didaktischen Prinzips der Anschauung von Aristoteles bis Pestalozzi

Siegbert Ernst Merkle

Frankfurt, Bern : Lang, 1983 : 168 S. (Europäische Hochschulschriften / Reihe XI ; 151)

Frankfurt, Bern : Lang, 1983 : 168 S.

Wenn Selbstverständlichkeiten immer zu denken geben sollten, dann gilt dies auch für das Prinzip und den Begriff der Anschauung, die beide bei dieser Arbeit Merkles im Mittelpunkt stehen. Der Autor möchte zum Einen dazu beitragen, die Fülle von pädagogischen und erkenntnistheoretischen Ansätzen zu klären, als zum Anderen die breite terminologische Fächerung und die Frage nach der Realisierung dieses didaktischen Prinzips aufzuzeigen. Das Problem, welches hierbei auftritt, stellt sich allein schon dadurch, daß in der Geschichte der Pädagogik und Philosophie häufig Divergierendes darunter subsumiert wurde. Schwierigkeiten ergaben sich nach Merkles Worten außerdem bei der Beschaffung von Primärliteratur, da Handschriften meist nicht zur Verfügung standen und auf unveränderte Nachdrucke beziehungsweise Faksimile-Ausgaben zurückgegriffen werden mußte.

 

Merkle geht im Aufbau seiner Arbeit zunächst nach chronologischer Zeitenfolge vor: den ersten Abschnitt widmet er dem Moment der Anschauung in Philosophie und Didaktik von Antike und Mittelalter (Aristoteles und Thomas von Aquin). Im zweiten Abschnitt zeigt er Tendenzen und Entwicklungen von der Reformation bis zum Realismus auf (Francis Bacon, Wolfgang Ratke und Johann Amos Comenius). Im dritten Abschnitt behandelt Merkle schließlich die führende Rolle der Realien und das Primat der Wahrnehmung (August Hermann Francke, John Locke, Jean Jacques Rousseau, Johann Bernhard Basedow, Christian Gotthilf Salzmann und Ernst Christian Trapp) um im vierten Abschnitt abschließend die Etablierung und Fundamentalierung der Anschauung in Philosophie und Pädagogik bei Pestalozzi zu untersuchen und darzustellen. Im abschließenden Ausblick der Arbeit geht Merkle noch einmal auf das Prinzip der Anschauung im Allgemeinen ein. Im Anschluß daran folgt eine lange Liste der Anmerkungen, sowie eine ausführliche Bibliographie (Quellen, Faksimiles, unveränderte Nachdrucke, Übersetzungen, Neudrucke und Sekundärliteratur).

Biographische Angaben zum Autor:

Siegbert Ernst Merkle wurde 1944 in Kammer/Obb. geboren. Von 1964 bis 1967 studierte er an der Pädagogischen Hochschule in München. 1967 und 1970 folgte jeweils eine Staatsprüfung für das Lehramt an Volksschulen. Bis 1977 war er als Lehrer an Grund- und Hauptschulen tätig.
Von 1971 bis 1982 folgte ein Zweitstudium der Pädagogik, Philosophie und Theologie an der Universität München. Ab 1977 war er als wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Schulpädagogik und Grundschuldidaktik an der Katholischen Universität in Eichstätt tätig.

(SH)