Johann Heinrich Pestalozzi : anthropologisches Denken und Handeln : ein pädagogisches Konzept für unsere Zeit

Gerd-Bodo Reinert/Peter Cornelius

Düsseldorf : Schwann, 1984 : 256 S.

Düsseldorf : Schwann, 1984 : 256 S.

Reinert und Cornelius wollten mit dem vorliegenden Band in erster Linie ein Studien- und Arbeitsbuch erstellen (Fortbildungs- und Seminarlektüre), aber auch zum gründlichen Selbststudium animieren.

Grundsätzlich umfaßt Pestalozzis Gedankengut und Lehre der pädagogischen Anthropologie drei Bereiche: Naturgegebenheit, Sozialisation und biographische Entwicklung und Sittlichkeit und humanistisches Denken des Geistes. Diese Faktoren beeinflußen die Atmosphäre unter dem Primat der Liebe. So waren alle Ansätze Pestalozzis von Tatkraft und Idealismus geprägt, wenn es darum ging, die Schule zu vermenschlichen und zu einem Ort von Leben und Freude zu verwandeln.

Pestalozzis Ideen, Erkenntnisse und Denkanstöße, sein anthropologisches Denken und Handeln sind wichtige inhaltliche Bestandteile der Erörterung. Seine Aufrufe und sein Engagement haben Vorbildfunktion für unsere heutige Schulsituation. Aus diesem Grund kommen drei Prinzipien einer pädagogischen Bindung zur näheren Erläuterung: Die Bereitschaft zum Zusammenleben, die Integration von Wohnen und Lehre und die Integration von Anschauung und Lehre und zwar im Sinne eines unterweisenden, kindgemäßen Umgangs mit Menschen und Dingen.

Die Gliederung des Werkes erfolgt in fünf Hauptabschnitten: Pestalozzis Vita, die Interpretation seiner grundlegenden Schriften im Hinblick auf die Wandlung seiner Auffassungen, die Charakterisierung Pestalozzis durch seine Zeitgenossen Zschokke und Fröbel, seine Bedeutung für die Gegenwart, diverse Quellentexte und eine Materialsammlung von Titeln, die in der Zeit zwischen 1842 und 1980 erschienen sind. Somit wollen Reinert und Cornelius eine Brücke zwischen einer ausführlichen Biographie, einer Interpretation und einer Analyse erstellen und einen exemplarischen Einblick in Wirken und Schaffen Pestalozzis vermitteln.

Am Anfang des Werkes steht eine Übersicht über Pestalozzis Leben und Wirken mit der Absicht, einen Gesamtabriß seines menschlichen und pägagogischen Handelns darzustellen, in welchem zeitgeschichtliche und philosophische Querverweise gegeben werden. Im folgenden werden die verschiedenen Phasen seines Lebens (die philosophische, die kulturphilosophische und anthropologische und die pädagogische Phase) unter den oben genannten Hauptthemen erörtert.

"Der Schluß faßt den Einfluß der Ideen und deren Umsetzung, die Ausstrahlung für die Gegenwart zusammen und skizziert noch einmal das politische, industriepädagogische, erzieherische als auch das literarische und praktische Wirken als Richtungsweiser für die "Pädagogik der Tat", als Beispiel für uneigennütziges und selbstloses Hingeben für die Menschheit, insbesondere für die Jugend. Im Anhang kommen insbesondere die geisteswissenschaftlichen (...) Vertreter der Pädagogik zu Wort, aber auch kritische Würdigungen der Zeitgenossen und Neuzeit sowie Originaltexte Pestalozzis werden dokumentiert".

Zur Auflockerung und Veranschaulichung enthält der Band sehr viele Illustrationen, Abbildungen und graphische Darstellungen, ein Verzeichnis der Anmerkungen, ein Literaturverzeichnis, ein Sachregister und im Anhang sehr viele Auszüge aus Quellentexten und Materialien der Erscheinungsjahre 1842 - 1980.

(SH)